Freitag, 3.12.2010 | 18-20 Uhr Workshop-Phase I
KAPITAL UND ARBEIT mit Christian Frings
Kapital ist geronnene Arbeit, es ist die Verselbständigung der vergangenen, toten Arbeit gegenüber den lebendigen ArbeiterInnen – kein Ding, sondern ein ver-rücktes gesellschaftliches Verhältnis. In diesem Verhältnis verortet Marx schon auf der abstraktesten Ebene die Möglichkeit und Unvermeidlichkeit der Krise, deren kapitalistische Spezifik darin besteht, nicht Mangel- sondern Überflusskrise zu sein. Im Kapitalismus hat Reichtum einen Doppelcharakter, Geld und menschliches Bedürfnis, der letztlich dem Doppelcharakter warenproduzierender Arbeit und damit ihrer historisch besonderen Form als Lohnarbeit geschuldet ist. Die Krise ist nichts anderes als der zugespitzte Widerspruch in dieser Verdopplung und für Marx Ausdruck davon, dass der kapitalistische Produktionsprozess nach der einen Seite den tatsächlichen Reichtum immer unabhängiger von der auf ihn angewandten Arbeitszeit macht. „Nach der andren Seite will es diese so geschaffnen riesigen Gesellschaftskräfte messen an der Arbeitszeit und sie einbannen in die Grenzen, die erheischt sind, um den schon geschaffnen Wert als Wert zu erhalten.“ In systematischer Weise kommt es daher ständig zum Konflikt der stofflichen Entwicklung „mit dem beschränkten Zweck, der Verwertung des vorhandenen Kapitals“. Im Workshop soll der Zusammenhang zwischen der besonderen Form von Arbeit, dem Wert und der Verselbständigung der toten Arbeit herausgearbeitet werden, um einen ersten Einstieg in die Auseinandersetzung um tiefer liegende Gründe der aktuellen Krise zu ermöglichen und den von Marx behaupteten Zusammenhang von Krise und Kommunismus zu erläutern.